Fogelsangh-State zu Veenklooster

Fogelsangh State ist ein  privates, historisches Landhaus mit Zutritt für das Publikum.
Es ist jetzt im Besitz von Kyra Livia Baronin van Harinxma thoe Slooten die die Nutzniessung des Hauses in der Stiftung “Stichting Fogelsangh State” untergebracht hat.
Das Haus ist für Publikum geöffnet v. 30.04 bis einschließlich 31.10 von Dienstag bis Sonntags  von 13 bis 17 Uhr.

Eintrittspreise

Erwachsene: € 5,-
Kinder (6-12):€ 2,50
Eintritt Park:  € 1,–
Für Gruppen nach Vereinbarung
Auskunft/Reservierungen über die Site, oder info@fogelsangh-state.nl oder das Verwalterehepaar Herr und Frau Rekker Tel.0511 441970

Geschichte

Das Haus steht  am oder nahe dem Ort wo im 12.Jhdt ein Prämonstratenser Kloster gestanden hat,der Ölberg..1580 z.Zt. der Reformation wurde das Kloster so wie aller kirchlicher Besitz konfisziert und wurde Eigentum der “Staten von Friesland” .1639 wird es vonTheodorus van Fogelsangh gekauft und 1646 geht es an dessen Bruder Pibo Doma ,der sich nicht Fogelsangh  sondern nach seiner Mutter Doma nennt . Das Bild von Pibo Doma ,gemalt in 1667 von Pieter Nason ,hängt in der Halle
Im 18. und 19.Jhdt wurde das Haus wiederholt umgebaut.Bei der letzten Restauration  von 2001 bis 2003 wurden mehrere Baureste der ursprünglichen Konstruktion des 17.Jhdt wiedergefunden.Sie können das u.A. sehen auf der Beletage im Vorportal des Aufzugs.

Die Bewohner

Pibo Doma lässt das Haus seiner Tochter Catharina nach,sie war verheiratet mit Petrus Rosema und diese liessen es ihrem Sohn Jacobus nach ,der kinderlos starb und es seinen Großnichten Anna,Wisckje und Auckje van Scheltinga vermachte.Die älteste Anna die verheiratet war mit Johannes van Glinstra Bürgermeister  von Tietjerksteradeel erhielt es letztendlich als Eigentum.
Ihre Tochtere Wya Chatarina van Glinstra erbt das Haus und heiratet Willem Hendrik van Heemstra,den späteren Bürgermeister von Kollumerland.
Ihr Sohn Hector Livius wird 1740 auf Fogelsangh State geboren,er heiratet Lucia Catharina van Scheltinga und sie bekommen 1776 eine Tochter Cecilia Joanna von der man noch hören wird. Sie erbt 1783 das ganze Gut von ihrem Vater,aber ihre Mutter  verwaltet es für sie.Cecilia war angeblich verlobt mit Willem van Sytzama,aber will davon nichts wissen;darüber gibt es Uneinigkeit mit ihrer Mutter,sie flieht nach Deutschland und heiratet Willem Anne van Haren,Bürgermeister  von Weststellingwerf.Sie verbleiben einige Jahre im Ausland und erst 1825  ziehen sie wieder nach Fogelsangh State. 1836 lässt Cecilia,kinderlos geblieben den gesamten Besitz ihrem Großneffen Hector Livius van Heemstra nach,Sohn des Age Tjepke Ruurd Sixma Baron van Heemstra,Bürgermeister van Barradeel.
Dieser verwaltet bis zu seinem Tod 1862 den Besitz seines Sohnes. Hector Livius ist viel auf Reisen,findet auf einer seiner Reisen in Deutschland seine Frau Henriette Engelken und sie ziehen um 1870 mit ihren beiden Töchtern Hermance (geb 1865) und Adeline(geb.1868) nach Fogelsangh State
Hermance erbt das Haus und überlässt es dem Sohn ihrer Schwester,dieser vermacht es seiner Tochter Kyra Livia der heutigen Eigentümerin.

Die Kollektion

Fogelsangh State hat seit Neuestem das Vorrecht die Van Iddeking Kollektion der” Nederlandse Kastelen Stichting”.beherbergen zu dürfen.Diese Sammlung besteht aus übererbten Besitzungen der Familie Van Iddekinge einer Groninger Familie die im 17. und 18. Jhdt ansehnliche Stellungen in der Stadtverwaltung von Groningen  innehatte. Die letzten Besitzer und passionierte Sammler waren Jhr. J.W. van Iddekinge und seine Ehefrau E.I.E. van Iddekinge-van Diephuisen die 1994 starb und den ganzen Besitz der “Nederlandse Kastelen Stichting” nachliess mit der Bedingung dass die Kollektion in einer für Publikum zugänglichen privatem Landhaus ausgestellt werden sollte.

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Die Spitzenstücke dieser Sammlung ,das Ost-Asiatische Porzellan und das 250-teilige Amstelgeschirr hergestellt und mit der Hand gemalt in der berühmten Porzellanfabrik zu Nieuwer Amstel um 1810 finden Sie in der Beletage.Aber in allen Zimmern werden Ihnen die prachtvollen Stücke dieser Sammlung gezeigt ,Kupfer in der Küche,  Bettzeug im Schlafzimmer, Silber und Kristall, Kinderspielzeug,  ein Dutzend wunderschöner Schränke,Kabinette  und Schreibtische ,drei majestetische VOC(Vereinigte Ost-Indische Compagnie) Truhen aus dem 18.Jhdt und noch vieles Schöne mehr. Neben der Van Iddekinge Kollektion beherbergt das Haus auch noch einige Gemälde, Möbel , alte Karten, Kronleuchter,  Spiegel,  Uhren u.Ä  die zum Familienbesitz gehören…
Genannt wurde schon das Bild van Pibo Doma von 1646 in der Halle,  dem gegenüber hängt das Bild seiner Frau Josina van Aysma gemalt in 1663 durch Jan Mytens. In dem Großen Siccama Zimmer fällt der bei der letzten Restaurierung wiedergefundene Prunkschrank,  gefüllt mit einigen besonderen Stücken , auf.
Im Billardzimmer steht das original russische  Snookerbillard aus dem 18.Jhdt..Im Gang davor zwei Karten  vom Haus  und vom Gut resp. von 1668 und 1734. Im ersten Stock im Herrenzimmer steht der Rankenschrank aus dem 17. Jhdt und in einer Vitrine links hinter der Türe befindet sich eine Steinesammlung, die Hector Livius  van Heemstra von seinen vielen Reisen  mitgebracht hat. Im Unterhaus finden Sie in der Küche, ausser dem prächtigen Kupfer der Van Iddekinge Kollektion auch noch einige original Stücke, darunter einen Kühlschrank aus dem 19. Jhdt. Der Herd von 1814 stammt aus Paris. Im Unterhaus sehen Sie auch eine Installation für das Aufpumpen und das Reinigen von Wasser ein sogenanntes Hydrofoor aus dem 19. Jhdt .Neben diesen autentischen Stücken der Familie van Heemstra, die zum Hause gehören sehen Sie auf der Beletage und im ersten Stock etwa vierzig Gemälde,Stiche und Miniaturen , eine Leihgabe  der Stiftung ” Hora Siccama van der Harkstedefonds”an Fogelsangh State .Dazu gehören u.A. eine Serie von Familienbilder der Familie Fogelsangh wonach das Haus im 17.Jhdt benannt wurde.
Im rechten Vorgebäude,im Kutschenhaus, finden Sie noch den original Pferdestall und eine eigene Kollektion Kutschen und Pferdeschlitten, das dazugehörende lederne Zaumzeug ist eine Leihgabe des  “nationale Rijtuigen Museum” in Leek  (Groningen)

Der Veenkloosterwald

So wie der Veenkloosterwald jetzt ausschaut , wurde er um 1840 gestaltet von dem Gartenarchitekt L.D. Roodbaard, aber einige Alleen  und der sogenannte Modderberg (Schlammberg) wurden schon vor 1800 angelegt. und waren damals Teile eines französischen Gartens.
Roodbaard erneuerte den Park mit Schlängelpfaden und  wunderliche  Teichanlagen
ein Hirschgehege, eine Einsiedelei und ein Teehaus, ein typischer englischer Landschaftsstil.
Der Veenkloosterwald ist bei sehr vielen Vogelarten beliebt. In den hohen Eichen und Buchen findet man eine der größten Reiherkolonien der nördlichen Niederlande. Eisvögel brüten regelmässig im Wald,ebenso der Habicht.In jedem Frühjahr ruft der Pirol und man hört den Kuckuck. Die alten Bäume werden von vielen Spechtarten bewohnt. Auf den drei Teichen gibt es viele Entenarten. In jedem Jahr ist der Veenkloosterwald ein Rastplatz für die in den Süden ziehenden Waldschnepfen.
Der aufmerksame Besucher entdeckt Rehe, Hasen und Kaninchen aber auch Raubwild ,wie Füchse,Steinmarder,Iltisse, Hermeline und Wiesel.Im Übrigen lebt seit 1850 eine Damhirschfamilie im  Gehege.Regelmässig wird ein neuer , auswärtiger Damhirsch erworben um Inzucht zu vermeiden.Die heutigen weiblichen Tiere sind direkte Nachkommen der  ersten Damhirschfamilie des 19 Jhdt . Im Hirschgehege ist der Boden bedeckt mit hunderten von kleinen Erhebungen.Es sind Ameisenhaufen und zwar der gelben Wiesenameise,eine Ameisenart die den Urin des Damhirsche zum Überleben benötigt.
Die Flora des Veenkloosterwaldes ist  sehr vielseitig.Der Wald wird von etwa zehn Eichenalleen durchschnitten.Einige Eichen sind älter als 200 Jahre, noch älter sind die fünf gewaltigen Buchen im “Westerse”Wald von ihnen wurden bis vor etwa  hundert Jahren die Äste regelmässig abgehauen. So entstanden die enormen Kronen, die sie jetzt haben. In der Kräuterschicht des Waldes gibt es schatten -liebende Pflanzen,  wie Farne und Efeu. In der Zeit Roodbaards wurden andere Bäume gepflanzt,wie Eschen, Roßkastanien, Akazien und Linden. Um auch im Winter einen einladenden Park zu haben wurden auch grünbleibende Bäume wie Stechpalmen  und Thuja gepflanzt aber auch Sträucher wie etwa Rhododendren
Erlen, Birken, Ebereschen wachsen von selber ebenso wie auch der Hollunder, der Faulbaum und andere Sträucher. In der Nähe der Vorderseite der State (das Herrenhaus) gibt es einige Arten  “Stinz”pflanzen u.A.das doppelte Schneeglöckchen.In den Steilhängen der Gräben wachsen mehrere Arten Moose und Farne.
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Entlang dem “Westerse”Wald und hinter dem Modderberg sieht der Spaziergänger ein altes Flüßchen “die Swadde” genannt.Das Flüßchen war historisch sehr wichtig, bis ins 16. Jhdt war es die Grenze zwischen dem Bistum Münster und dem Bistum Utrecht. Heutzutage ist die Swadde die Grenze zwischen der Gemeinde Achtkarspelen und der Gemeinde Kollumerland c.a.

Lage

Fogelsangh State und der Veenkloosterwald liegen am Rande des Dorfes Veenklooster in der Provinz Friesland und gehören zum Gut gleichen Namens (etwa 180 Ha )Dazu gehören der Veenkloosterwald (vom 15.Juni bis 15,.März für Spaziergänger geöffnet)”de Brink”(Dorfplatz) und zwei monumentale Bauernhöfe. Die Entfernung zum Bahnhof Buitenpost (Fahrradvermietung) ist 3 Km und man braucht etwa eine halbe Stunde mit dem PKW sowohl von Leeuwarden als auch von Groningen.